{"id":235,"date":"2024-06-04T17:55:43","date_gmt":"2024-06-04T15:55:43","guid":{"rendered":"https:\/\/www.stoerti.com\/?p=235"},"modified":"2024-06-04T17:55:46","modified_gmt":"2024-06-04T15:55:46","slug":"fachkraeftemangel-der-billigloehner","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.stoerti.com\/index.php\/2024\/06\/04\/fachkraeftemangel-der-billigloehner\/","title":{"rendered":"Fachkr\u00e4ftemangel der Billigl\u00f6hner"},"content":{"rendered":"<p>In Deutschland fehlen rund 150.000 Fachkr\u00e4fte allein in der IT Branche, erz\u00e4hlt die Bitkom. Ich selbst bin immer am Markt auf der Suche, allein schon aus Interessensgr\u00fcnden. Faktisch suche ich aber selbst gerade Auftr\u00e4ge bzw. eventuell auch einen fest angestellten Job, weil ich aus meinem Umfeld raus und wieder zur\u00fcck zu meinen Wurzeln, der reinen Cybersecurity will. Meine Gehaltsvorstellungen entsprechen denen, die man auf den \u00fcblichen Webseiten so findet, die sich mit Durchschnittsgeh\u00e4ltern besch\u00e4ftigen. Und ich haue viele Bewerbungen raus, weil das heute so sch\u00f6n automatisch geht. Sowas in der Art habe ich nach 2001 schonmal gemacht, als praktisch alle IT Experten nach der Euro Umstellung \u00fcber Nacht arbeitslos wurden und der Markt mehr als ges\u00e4ttigt war. Ein Perlscript hatte damals alle Jobangebote durchforstet und mich beworben, wenn der Job halbwegs passte. Ich glaube, es waren damals um die 1.000 Bewerbungen, bis ich einen sehr lukrativen Job bekam. So viele Bewerbungen habe ich bisher nicht rausgehauen, aber ich glaube, es ist an der Zeit, ein R\u00e9sum\u00e9 zu ziehen. <\/p><p>Zu teuer ist das h\u00e4ufigste Gegenargument, auch, wenn einem das oftmals nicht und nur auf nachbohren gesagt wird. Firmen stellen lieber unerfahrene, daf\u00fcr aber wahre Billigl\u00f6hner ein. Eine gro\u00dfartige Idee, im Sicherheitsumfeld. Doch was mich \u00e4rgert, immer wieder h\u00f6rt man heute, man sei zu alt, passe nicht so in das junge dynamische Team. Diesen Spruch habe ich das erste mal von der Deutschen Bank geh\u00f6rt, da war ich 35. Das war zu Zeiten der New Economy. Die Formulierung lautet fast immer erstmal, man habe sich f\u00fcr besser qualifizierte Bewerber entschieden. Das kratzt echt am Ego.<\/p><p>Nun stelle ich mir die Frage, was macht man mit 53, wenn man durch jungen Arbeitskr\u00e4fteimport einfach so ersetzt wird?<br>Besser gesagt, ich stelle mir die Frage, was macht ein ehemaliger Black Hat mit 53 Jahren, der keine Arbeit bekommt, weil junge, importierte Arbeitskr\u00e4fte viel besser geeignet sind?<br>Gestern habe ich f\u00fcr eine Recherche f\u00fcr mein Buch einen kurzen Check Up gemacht, um zu sehen, ob heute Rechner im Internet immer noch so angreifbar sind, wie vor 30 Jahren. Und ich kann es immer noch nicht glauben, es scheint heute noch einfacher zu sein, Rechner zu kapern &#8211; und zwar grob gesch\u00e4tzt &#8211; zu zehntausenden. Das k\u00f6nnen nicht alles Honeypots sein. Vor allem nicht so viele, die ein komplettes Linuxsystem vorgaukeln. Ausserdem habe ich, ebenfalls zur Recherche, dieser Tage nach \u00fcber 20 Jahren erstmals wieder eine Wardriving Session gemacht. Das hat mir die zweite Ersch\u00fctterung eingebracht. Anfang der 2000er Jahre haben wir uns gefreut, wenn wir immer mal wieder einen Accesspoint gefunden haben. Jetzt waren es \u00fcber 19.000 auf nur rund 350km. Darunter viele Autos, die sich freudig gemeldet haben. Damals wollte niemand auf uns Hacker h\u00f6ren, vorsichtiger mit der Technik umzugehen. An heutigen Bezahlterminals ist ja oftmals nicht mal mehr ein Sichtschutz angebracht. Und dieser immer laxer werdende Umgang mit Hochtechnologie k\u00f6nnte bald unser \u00dcberleben sichern. Also das der Black Hats.<\/p><p>Egal, ich bringe jetzt erst einmal mein neues Buch heraus und dann habe ich gestern endlich meine <a href=\"https:\/\/www.sparkfun.com\/datasheets\/IC\/nRF905_rev1_1.pdf\">nRF905<\/a> bekommen. Man muss sich halt Gedanken machen, wie der Geldfluss am Leben bleibt. Trotz eklatanter Unterqualifizierung.<\/p><p>Ich m\u00f6chte aber hiermit noch kurz den Firmen <a href=\"https:\/\/www.airitsystems.de\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">AirITSystems GmbH<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.glueckkanja.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Glueckkanja AG<\/a>, <a href=\"https:\/\/www.cloud-command.de\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">CloudCommand <\/a><a href=\"https:\/\/www.cloud-command.de\">GmbH<\/a> und der <a href=\"https:\/\/siemens.com\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">Siemens <\/a><a href=\"https:\/\/siemens.com\">AG<\/a> danken. Diese Firmen haben es als einzige von insgesamt etwa 80 Firmen geschafft, mir wenigstens eine Absage auf eine Bewerbung zu schicken. Die Firma <a href=\"https:\/\/www.elunic.com\/\" target=\"_blank\" rel=\"noreferrer noopener\">elunic AG<\/a> konnte das zwar auch, sagte mir aber f\u00fcr eine Stelle ab, auf die ich mich nie beworben habe und mein Profil auch nicht darauf passt. Die Eingangsbest\u00e4tigung auf meine Bewerbung kam aber auf die richtige Stelle. Das ist wirklich peinlich.<\/p>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>In Deutschland fehlen rund 150.000 Fachkr\u00e4fte allein in der IT Branche, erz\u00e4hlt die Bitkom. Ich selbst bin immer am Markt auf der Suche, allein schon aus Interessensgr\u00fcnden. 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